Gefranster Enzian, Gentianopsis ciliata

170924, 125916, Gefranster Enzian, Gentianopsis ciliata
170924, 125916, Gefranster Enzian, Gentianopsis ciliata

Gefranster Enzian,
Gentianopsis ciliata

Systematik

Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Tribus: Gentianeae
Untertribus: Swertiinae
Gattung: Fransenenziane (Gentianopsis)
Art: Gewöhnlicher Fransenenzian
Wissenschaftlicher Name
Gentianopsis ciliata
(L.) Ma

Die Gattung Gentianopsis umfasst 16 bis 24 Arten.  Umganssprachliche Namen sind oder waren Wilder Bittersüss (Tirol bei Fusch), Bläueli (Berner Oberland), Gülden Aurin (Mark Brandenburg) und Himmelsstengel (Schweiz, Schwaben). Gentianopsis ciliata wird auch Gewöhnliche Fransenenzian genannt. …, geschützt nach Bundesartenschutzverordnung, in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands, Kategorie 3 = „gefährdet“.

Vorkommen

Fundort des abgebildeten Fransenenzians: Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz mit Heiden, Ingolstädter Landstraße, Oberschleißheim, Garching, Eching. Der Gefranste Enzian gedeiht vor allem auf kalkreichen, steinigen Ton- und Lehmböden. Die Hauptverbreitung sind montan-subalpine Laub- und Nadelwaldgebiete der süd-, mittel- und osteuropäischen Hochgebirge. Er kommt in vielen Gebirgsregionen bis in Höhenlagen von 2250 Metern vor. Als Standort bevorzugt dieser Enzian Halbtrockenrasen, Kalkmagerrasen, Schafweiden oder Weiden allgemein und Heiden. In tieferen Höhenlagen sind Standorte meist auf beweidete, mäßig trockenen Kalkmagerrasen des Gentiano-Koelerietum beschränkt. Der Gewöhnliche Fransenenzian kommt in höheren Lagen häufig in Pflanzengesellschaften des
In höheren Lagen kommt der Gewöhnliche Fransenenzian in Gesellschaften der Ordnung Seslerietalia albicantis vor. Floraweb.de, Artinformation, Karte Verbreitung, W., …

Erscheinungsbild

10–25 cm hoch, aufrecht oder aufsteigend, meist unverzweigt. Keine grundständige Blattrosette. Stängelblätter schmal-lanzettlich, einnervig. Blüten am Ende des Stängels. Krone hell- bis violettblau, 4teilig, eng-trichterförmig, 2,5–5 cm lang, mit ausgebreiteten, vorn gezähnten und gegen die Basis lang gefransten Zipfeln. Kelch tief 4spaltig mit lang zugespitzten Zipfeln. Die Blüten werden nur bei ausreichendem Lichtangebot gebildet. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln und Tagfalter. Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober. Ausbreitung der Samen erfolgt als Wind- und Tierstreuer.

Verwendung von Enzianen

Aus der Wurzel des Enzians des Gelben Enzians der beispielsweise in Frankreich auf großen Feldern angebaut wird, wird eine Heilmittel hergestellt. Der Enzian ist eine aus dem Alpenraum stammende Spirituose. Dem sehr aromatisch-bitteren Wurzelbrand werden diverse Heilwirkungen zugeschrieben, insbesondere ist er ein Digestif (Verdauungsschnaps). In Tirol ist er registriertes traditionelles Lebensmittel, und das regionale Wissen um die Standorte, das Ernten und das Verarbeiten im Paznaun wurde 2013 der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Wie alle bitteren Arzneimittel ist Enzian primär verdauungsfördernd und ein Tonikum (allgemeines Stärkungsmittel), ist antiseptisch (allgemein keimtötend), und gilt daneben in der Volksmedizin unter Anderem als fiebersenkend und wirksam gegen Wurmbefall bei Mensch und Tier.

Kurzbeschreibung

Rhizom dünn, mit bleichen, schuppenförmigen Niederblättern / Stängel einfach oder verzweigt, kahl / Laubblätter lanzettlich / Blüten einzeln, endständig / Blütenhülle 4-zählig / Krone (23)35-50(55) mm lang, tief blau / Fruchtknoten gestielt / Narbe sitzend, kreisförmig / Höhe: 6-25 cm / Pflanze zweijährig bis ausdauernd / Blütezeit: VIII – XI / Halbtrockenrasen, steinige Magerrasen, Wald- und Wegränder, oft steinige Straßenböschungen / kalkstet / submontan bis subalpin / häufig bis zerstreut in allen Bundesländern / im nördlichen und südöstlichen Alpenvorland sowie im pannonischen Gebiet gefährdet !

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